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Geschrieben von am 22.09.2015 in Allgemein | 1 Kommentar

Interkulturelle Öffnung ?

Auf die Hinweise von Ulrich Pohl im Präsesblog möchte ich etwas ausführlicher eingehen: Neben dem bewundernswerten professionellen und ehrenamtlichen Engagement in Werken und Gemeinden zur Erstaufnahme der vielen Flüchtlinge wird es in der Tat eine entscheidende Aufgabe unserer Kirche sein, mittelfristig zur Integration der Menschen beizutragen. Dazu gehören nicht nur Initiativen in KiTas, Schulen und Gemeinden, sondern auch verbindende wie verbindliche Gespräche darüber, welche Werte und Regeln in unserer Einwanderungsgesellschaft gelten sollen – Prof. Bade hat das in Wuppertal „das gemeinsame Dach der verschiedenen Heimaten in Deutschland“ genannt. Die biblische Botschaft gibt gute  Hinweise darauf, wie Gerechtigkeit und Frieden – trotz kultureller Differenzen – verwirklicht werden können. Wir müssen Menschen anderen Glaubens in dieses Gespräch einbeziehen und dürfen dabei Konflikte nicht scheuen. Zugleich müssen wir Gemeindeglieder mit Argumenten und Worten ausrüsten, damit sie bei der Gestaltung der neuen Heimat in Deutschland mitwirken können. Die eigentliche Arbeit steht uns in den nächsten Jahren noch bevor.

Markus Schaefer

Markus Schaefer

geb. 1966, ist Landespfarrer für die Gemeinden anderer Sprache und Herkunft in der Evangelischen Kirche im Rheinland und in der Evangelischen Kirche von Westfalen und Mitglied der Steuerungsgruppe zur Interkulturellen Öffnung in der EKiR.
Markus Schaefer

1 Kommentar

  1. Lieber Bruder Schaefer,

    haben Sie herzlichen Dank für Ihre Antwort. Erlauben Sie, dass ich an dieser Stelle noch einmal darauf eingehe.
    Ich halte ein klares, zur Not auch den Konflikt nicht scheuendes Auftreten unserer Kirche nicht für eine „mittelfristige“ Integrationsaufgabe, sondern für das Gebot der Stunde. Die Unterdrückung religiöser Minderheiten setzt sich in den Aufnahmelagern und Flüchtlingsheimen offensichtlich in unverminderter Weise fort – ganz wie aus den Herkunftsländern gewohnt. Hier sollten die Kirchen Stellung beziehen – wer sonst?

    Für eine geflohene christliche Familie wäre eine speziell an sie gerichtete, in der Öffentlichkeit mit ebensolchem Aufwand vorgetragene kirchliche Willkommens-Initiative – etwa unter einem Motto wie „Willkommen in unseren Kirchen – betet mit uns“ – ebenfalls ein wichtiges Signal. Und ich vermute: Auch für viele unserer Gemeindemitglieder.

    Mit freundlichen Grüßen
    Pfarrer Ulrich Pohl

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